In der Nacht war ich gleich drei mal wach. Zum Einen war es im Zimmer relativ kalt und zum Anderen machen Pinguine Nachts ziemlich viel Lärm. Um 5:45 Uhr bin ich dann aufgestanden, weil ich noch vor Sonnenaufgang am Curio Bay sein wollte, damit ich die Gelbaugen-Pinguine fotografieren kann, wenn sie sich auf den Weg ins Meer machen.

Am Strand angekommen musste ich auch nicht lange warten, bis die seltenen Pinguine mit viel Geschnatter langsam über die Felsen watschelten.

Als ich nach ca. 90 Minuten genug Pinguin-Fotos hatte, ist beim einpacken der Kamera das Stativ umgefallen und mein Tele-Objektiv angeknackst worden. Die Kamera selbst hat scheinbar nichts abbekommen.

Beim Auschecken aus meiner Unterkunft frage ich nach Stränden mit Seelöwen und bekomme gleich mehrere zur Auswahl. Ich entscheide mich für Surat Bay, wo die größte Kolonie anzutreffen sein soll. Da das Wasser schon relativ hoch war, musste ich den Weg durch die Dünen nehmen. Mit den Hinweisen “Seelöwen und Seehunde sind gefährliche Raubtiere”, “mindestens 20m Abstand halten”, “nicht den Fluchtweg zum Wasser versperren” und “Achtung: Baby-Seelöwen am Strand” mache ich mich also auf den Weg.

Und als ich mich noch so über die platt gedrückten Dünengräser neben dem Pfad wundere, wäre ich schon fast auf einen Seelöwen getreten, der direkt neben dem Weg ein lauschiges Plätzchen hinter einer Kurve zum Schlafen gefunden hat. Da er so tief am schlafen war, dass er fast tot aussah hab ich mich dran vorbei geschlichen und hab am Strand einige Seelöwen fotografiert. Leider hab ich nicht das Seelöwenbaby fotografieren können, weil das sehr ungünstig in den Dünen mit den Eltern am dösen war.

Auf dem Rückweg ist eine Seelöwen-Dame, die ihr Quartier ebenfalls direkt am Weg aufgeschlagen hatte wach geworden, als ich gerade vorbeigehen wollte. Scheinbar musste ich dann wohl etwas zu nah an ihr vorbei, wenn ich das böse, laute grunzen richtig deute.

Nach dem Strand bin ich mehr oder weniger direkt nach Haas gefahren, so dass ich am Ende des Tages ca. 600km hinter mich gebracht habe und an der Westküste angekommen bin. In meiner Unterkunft treffe ich viele bekannte Gesichter, darunter auch drei Amerikaner aus Iowa, die auch die Doubtful Sound Tour mitgemacht haben und ebenfalls aus dem Süden angereist sind.